Die sparsamen Deutschen

In einem bekannten Sprichwort heißt es, „über Geld spricht man nicht“. Viele Deutsche scheinen sich dieses Sprichwort zu Herzen genommen zu haben.

Laut einer Umfrage des Institutes Forsa im Auftrag von Comdirect stimmt ein Großteil der Bundesbürger diesem Sprichwort. Geldangelegenheiten sind in Deutschland weitestgehend ein Tabuthema, so ein Ergebnis der Studie zum Anlageverhalten und Umgang mit Geld in Deutschland.

Die Deutschen reden nicht gerne und vor allem nicht mit jedem über Geld. Mit Freunden und Verwandten sprechen sie laut der Umfrage sogar häufiger über ihr Liebesleben, als über finanzielle Angelegenheiten. Die überwiegende Mehrheit von 85 Prozent findet sogar, dass bei Geld die Freundschaft aufhört. In jeder vierten Partnerschaft ist Geld gelegentlich ein Anlass zum Streit.

Offen über Geldangelegenheiten sprechen die Bundesbürger meist nur innerhalb der eigenen Familie oder mit ihrem Lebenspartner. So informieren 97 Prozent der Befragten ihren Lebenspartner darüber, wie viel Geld sie verdienen. Ihm bringen sie auch das höchste Vertrauen in Geldfragen entgegen. Finanzberatern traut hingegen nur jeder zweite Befragte in Geldangelegenheiten.

Die Deutschen schätzen ihre eigenen Finanzkenntnisse eher schlecht ein. Zwar kennt sich jeder Zweite laut eigener Angabe gut mit Möglichkeiten zu Geldanlage, wie beispielsweise Girokonten, aus. Mit vielen wirtschaftlichen Grundbegriffen kann rund ein Viertel der Bundesbürger nichts anfangen. Knapp 29 Prozent der Befragten ist gar die Bedeutung von Rezession unbekannt. Jeder Vierte weiß nicht genau, was sich hinter dem Begriff Inflation verbirgt.

Laut einer anderen Umfrage sparen die meisten Deutschen, um ihre Altersvorsorge zu sichern. In Zeiten der Wirtschaftskrise und des Demografischen Wandels ist es ungewiss, wie hoch die Renten in einigen Jahrzehnten ausfallen werden. Viele Bundesbürger gehen deshalb auf Nummer sicher und sorgen privat vor.

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